Hilfe:Begriffsklärung.html
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen werden unter Berlin (Begriffsklärung) aufgeführt.
Berlin
Landesflagge Berlins
Karte Berlin.html Bremen.html Bremen.html Hamburg.html Niedersachsen.html Bayern.html Saarland.html Schleswig-Holstein.html Schleswig-Holstein.html Brandenburg.html Sachsen.html Thüringen.html Sachsen-Anhalt.html Mecklenburg-Vorpommern.html Baden-Württemberg.html Hessen.html Nordrhein-Westfalen.html Rheinland-Pfalz.html
Über dieses Bild
Näheres zur Flagge
Wappen des Landes Berlin
Näheres zum Wappen
Basisdaten
Fläche: 891,85 km² (14.)
Einwohner: 3.422.943 [1] (8.) (30. April 2008)
Bevölkerungsdichte: 3.838 Einw. je km² (1.) als Bundesland, (2.) als Gemeinde
BIP: 83,6 Mrd. â‚¬ (2007)
Höhe: 34–115 m ü. NN
Geographische Lage: 52° 31′ N, 13° 25′ O Koordinaten: 52° 31′ N, 13° 25′ O
Zeitzone: Mitteleuropäische Zeit (MEZ)
UTC+1
Postleitzahlen: 10001–14199
Vorwahl: 030
Kfz-Kennzeichen: B
Gemeindeschlüssel: 11 0 00 000
ISO 3166-2: DE-BE
UN/LOCODE: DE BER
Website: www.berlin.de
Politik
Reg. Bürgermeister: Klaus Wowereit (SPD)
Reg. Parteien: SPD/Die Linke
Sitzverteilung im
Abgeordnetenhaus

(149 Sitze):
SPD 53
CDU 37
Die Linke 23
Bündnis 90/Die Grünen 23
FDP 13
Nächster Wahltermin: 2011
Stadtgliederung: 12 Bezirke, 95 Ortsteile
Stimmen im Bundesrat: 4
Schulden: 17.940 € pro Einwohner
Schulden gesamt: 61,0 Mrd. â‚¬ (2007)
Ausländeranteil: 14,1 % (Juni 2008)
Arbeitslosenquote: 13,0 % (Oktober 2008)

Berlin ist Bundeshauptstadt und Regierungssitz Deutschlands. Als Stadtstaat ist Berlin ein eigenständiges Land und bildet das Zentrum der Metropolregion Berlin/Brandenburg. Berlin ist mit 3,4 Millionen Einwohnern die bevölkerungsreichste und flächengrößte Stadt Deutschlands und nach Einwohnern die zweitgrößte Stadt der Europäischen Union.

Berlin wurde während seiner Geschichte mehrfach Hauptstadt deutscher Staaten wie die des Markgrafentums/Kurfürstentums Brandenburg, des Königreichs Preußen, des Deutschen Reiches oder der DDR (nur der Ostteil der Stadt). Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 ist Berlin gesamtdeutsche Hauptstadt.

Berlin ist ein bedeutendes Zentrum der Politik, Medien, Kultur und Wissenschaft in Europa.[2] Die Metropole ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und eine der meistbesuchten Städte des Kontinents. Herausragende Institutionen wie die Universitäten, Forschungseinrichtungen, Theater und Museen genießen internationale Anerkennung. Die Stadt ist Anziehungspunkt für Kunst- und Kulturschaffende aus aller Welt.[3] Berlins historisches Vermächtnis, Nachtleben, und vielfältige Architektur sind über die Grenzen hinaus bekannt.[4]

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Die geographische Lage des Berliner Rathauses ist 52° 31′ 6″ nördlicher Breite und 13° 24′ 30″ östlicher Länge. Die größte Ausdehnung des Stadtgebiets in Ost-West-Richtung beträgt etwa 45 km, in Nord-Süd-Richtung etwa 38 km. Es hat eine Fläche von 892 km². Berlin ist gänzlich vom Land Brandenburg umgeben und liegt im Osten Deutschlands, etwa 70 km westlich der Grenze zu Polen. Die Metropolregion Berlin/Brandenburg ist eines der Verdichtungsgebiete Deutschlands.

Berlins befindet sich in einer glazial geprägten Landschaft. Das historische Zentrum Berlins liegt an der schmalsten und damit verkehrsgünstigsten Stelle des Warschau-Berliner Urstromtals, welches Berlin vom Südosten zum Nordwesten hin durchquert und von der Spree in Ost-West-Richtung durchflossen wird. Der nordöstliche Teil Berlins liegt auf der Hochebene des Barnim, knapp die Hälfte der Stadtfläche im südwestlichen Bereich liegt auf der Hochebene des Teltow. Der westlichste Bezirk, Spandau, liegt sowohl innerhalb des Berliner Urstromtals als auch auf der vor allem westlich von Berlin gelegenen Nauener Platte. Die Landschaft Berlins entstand im Eiszeitalter während der jüngsten Vereisungsphase, der Weichseleiszeit. Vor etwa 20.000 Jahren war das Gebiet Berlins noch vom mehrere 100 Meter mächtigen skandinavischen Inlandeis bedeckt. Beim Rückschmelzen des Gletschers entstand vor etwa 18.000 Jahren das Berliner Urstromtal.

Im Bezirk Spandau mündet die Spree in die Havel, die den Westen Berlins in Nord-Süd-Richtung durchfließt. Der Flusslauf der Havel, eigentlich eine Glaziale Rinne, ähnelt dabei oft einer Seenlandschaft; die größten Ausbuchtungen bilden der Tegeler See und der Große Wannsee.

Die höchsten Erhebungen Berlins sind als höchste natürliche Bodenerhebung der Große Müggelberg (115,4 m Ã¼. NN) im Bezirk Treptow-Köpenick, der aus Trümmerschutt des Zweiten Weltkriegs künstlich aufgeschüttete Teufelsberg (114,7 m) im Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf und die Ahrensfelder Berge (112,1 m) im Landschaftspark Wuhletal im Bezirk Marzahn-Hellersdorf. Die tiefsten Bereiche Berlins sind die Havelseen im Südwesten. Sie liegen 32 m über NN.

→ Siehe auch: Berliner Statistiken, Landschaftsentwicklung in Berlin und Brandenburg, Liste der Erhebungen in Berlin

Klima

Klimadiagramm Berlin-Alexanderplatz

Die Stadt befindet sich in der gemäßigten Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur in Berlin-Dahlem beträgt 8,9 Â°C und die mittlere jährliche Niederschlagsmenge 581 mm. Die wärmsten Monate sind Juli und August mit durchschnittlich 18,5 beziehungsweise 17,7 Â°C und die kältesten Januar und Februar mit −0,6 beziehungsweise −0,3 Â°C im Mittel. Der meiste Niederschlag fällt im Juli mit durchschnittlich 70 mm, der geringste im März mit durchschnittlich 31 mm.

Die geringen Höhenunterschiede innerhalb der Stadt bewirken an sich ein eher homogenes Stadtklima, während die dichte Bebauung zu teilweise deutlichen Temperaturunterschieden zwischen dem Stadtzentrum und den Außenbezirken führt: Die innerstädtischen Temperaturunterschiede können sechs Grad Celsius und mehr erreichen, während in den Randgebieten der Stadt häufig bis zu drei Grad höhere Temperaturen als in der Umgebung gemessen werden können.[5] Die großen innerstädtischen Grünflächen wie der Tiergarten und der Grunewald, die von Meteorologen auch als „Kälteinseln“ bezeichnet werden, bewirken ein insgesamt weitgehend als angenehm empfundenes Klima.

Stadtgliederung

Berlin besteht aus 12 Bezirken, die ihrerseits in insgesamt 95 Ortsteile unterteilt sind. Die Ortsteile sind für die Verwaltungsgliederung ohne Bedeutung, spielen aber im alltäglichen Sprachgebrauch eine größere Rolle, da sie im Gegensatz zu den Bezirken historisch gewachsene Stadtteile darstellen. Im Gebietsreformgesetz vom 10. Juni 1998 ist die Zahl der Bezirke zum 1. Januar 2001 von 23 auf 12 reduziert worden. West-Berlin war zuletzt in 12 Bezirke, Ost-Berlin zuletzt in 11 Stadtbezirke unterteilt.

Bezirk Einwohner[1]
30. April 2008
Fläche
in km²
Charlottenburg-Wilmersdorf 317.249 64,72
Friedrichshain-Kreuzberg 268.823 20,16
Lichtenberg 258.662 52,29
Marzahn-Hellersdorf 249.001 61,74
Mitte 329.446 39,47
Neukölln 307.597 44,93
Pankow 365.627 103,01
Reinickendorf 241.809 89,46
Spandau 223.605 91,91
Steglitz-Zehlendorf 290.661 102,50
Tempelhof-Schöneberg 331.972 53,09
Treptow-Köpenick 238.491 168,42

→ Siehe auch: Liste der Bezirke und Ortsteile Berlins

Nachbarstädte und -gemeinden

Das Umland Berlins ist geprägt durch die Brandenburger Fluss- und Seenlandschaft (Havel bei Werder).

Berlin ist vollständig vom Land Brandenburg umschlossen und grenzt dabei an acht Landkreise und eine kreisfreie Stadt mit den folgenden sieben Städten und 20 Landgemeinden (im Uhrzeigersinn, im Nordosten beginnend):

Geschichte

→ Hauptartikel: Geschichte Berlins

Gründung und Mittelalter

Die Stadt Cölln, Teil der auf der Spreeinsel gelegen Doppelstadt Berlin-Cölln, wurde 1237 erstmals urkundlich erwähnt. 1244 folgte dann die Erwähnung Berlins, das sich am nördlichen Ufer der Spree befand. Die beiden Städte bekamen 1307 ein gemeinsames Rathaus. Der Name Berlin hat nichts mit dem Bären im heutigen Stadtwappen zu tun, vielmehr geht er vermutlich auf die slawische Silbe berl (Sumpf) zurück. Die heutigen Ortsteile Spandau und Köpenick bestanden als slawische Siedlungen bereits vor der Gründung der Mark Brandenburg, die 1157 durch den Askanier Albrecht den Bären erfolgte.

1415 wurde Friedrich I. Kurfürst der Mark Brandenburg und blieb dies bis 1440. Mitglieder der Familie Hohenzollern regierten bis 1918 in Berlin, erst als Markgrafen von Brandenburg, dann als Könige von Preußen und schließlich als deutsche Kaiser. Die Einwohner von Berlin haben diese Veränderungen nicht immer begrüßt.

1448 revoltierten sie im „Berliner Unwillen“ gegen den Schlossneubau des Kurfürsten Friedrich II. Eisenzahn. Dieser Protest war jedoch nicht von Erfolg gekrönt, und die Bevölkerung büßte viele ihrer politischen und ökonomischen Freiheiten ein. 1451 wurde Berlin Residenzstadt der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten und musste seinen Status als freie Hansestadt aufgeben.

Frühe Neuzeit

Plan Berlins von Abraham Guibert Dusableau (1737, nicht genordet)

Der Dreißigjährige Krieg zwischen 1618 und 1648 hatte für Berlin verheerende Folgen: Ein Drittel der Häuser wurde beschädigt, die Bevölkerungszahl halbierte sich. Friedrich Wilhelm, bekannt als der Große Kurfürst, übernahm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater. Er begann eine Politik der Immigration und der religiösen Toleranz. Vom darauffolgenden Jahr an kam es zur Gründung der Vorstädte Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt.

1671 wurde 50 jüdischen Familien aus Österreich ein Zuhause in Berlin gegeben. Mit dem Edikt von Potsdam 1685 lud Friedrich Wilhelm die französischen Hugenotten nach Brandenburg ein. Über 15.000 Franzosen kamen, von denen sich 6.000 in Berlin niederließen. Um 1700 waren 20 Prozent der Berliner Einwohner Franzosen, und ihr kultureller Einfluss war groß. Viele Einwanderer kamen außerdem aus Böhmen, Polen und Salzburg.

Preußen und das Deutsche Reich

1871 wurde Berlin Hauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.

1701 erlangte Berlin durch die Krönung Friedrich I. zum König in Preußen den Status der Hauptstadt. Zum 1. Januar 1710 erfolgte die Vereinigung der Städte Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt zur Königlichen Haupt- und Residenzstadt Berlin. Aber schon bald entstanden neue Vorstädte, die Berlin vergrößerten.

1861 kam es zur Eingemeindung von Wedding und Moabit sowie der Tempelhofer, der Schöneberger, der Spandauer und weiterer Vorstädte.

1871 wurde Berlin Reichshauptstadt des neu gegründeten Deutschen Reiches.

Weimarer Republik und Nationalsozialismus

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde 1918 in Berlin die Republik ausgerufen. 1920 folgte mit dem Groß-Berlin-Gesetz erneut eine umfassende Eingemeindung mehrerer Städte, Landgemeinden und Gutsbezirke rund um Berlin. Die Hauptstadt hatte damit rund vier Millionen Einwohner.

Infolge der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wurde Berlin die Hauptstadt des Dritten Reiches. Die Nazis nutzten die 1936 in Berlin stattfindenden Olympischen Sommerspiele für Propagandazwecke. Anschließend entwickelten Adolf Hitler und Generalbauinspektor Albert Speer gigantomanische architektonische Konzepte für den Umbau Berlins nach römischem Vorbild zur „Welthauptstadt Germania“.

Die Nationalsozialisten zerstörten Berlins jüdische Gemeinde, die vor 1933 rund 160.000 Mitglieder zählte. Nach den Novemberpogromen von 1938 wurden tausende Berliner Juden ins nahe gelegenen Konzentrationslager Sachsenhausen deportiert. Abgesehen von einigen wenigen Juden, die mit nichtjüdischen Deutschen verheiratet waren, mussten die letzten Berliner Juden ab Februar 1943 während mehrerer Wochen zum Bahnhof Grunewald marschieren, um in Viehwaggons in Vernichtungslager wie Auschwitz deportiert zu werden.

Während des Zweiten Weltkrieges wurden große Teile Berlins durch Bomben und durch den Häuserkampf zerstört.

Teilung der Stadt und Wiedervereinigung

Nach der Einnahme der Stadt durch die Rote Armee und der bedingungslosen Kapitulation vom 8. Mai 1945 wurde Berlin gemäß der Londoner Protokolle – der Gliederung ganz Deutschlands in Besatzungszonen entsprechend – in vier Sektoren aufgeteilt. Die Sektoren der Westalliierten (USA, Vereinigtes Königreich und Frankreich) bildeten den westlichen Teil der Stadt, während der Sektor der Sowjetunion den Ostteil bildete.

Für Groß-Berlin blieb allerdings eine Gesamtverantwortung aller vier Alliierten bestehen. Die zunehmenden politischen Differenzen zwischen den Westalliierten und der Sowjetunion führten 1948/49 zu einer wirtschaftlichen Blockade West-Berlins, die die Westalliierten mit der so genannten Luftbrücke überwanden.

Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Westen Deutschlands und der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) im Osten Deutschlands im Jahr 1949 verfestigte sich der Kalte Krieg auch in Berlin. Während die Bundesrepublik ihren Regierungssitz nach Bonn verlegte, was zunächst als Provisorium gedacht war, ernannte die DDR Ost-Berlin zur Hauptstadt der DDR. Der Ost-West-Konflikt gipfelte in der Berlin-Krise und führte zum Bau der Berliner Mauer durch die DDR am 13. August 1961.

West-Berlin war nun de facto ein Teil der Bundesrepublik Deutschland â€“ allerdings mit rechtlicher Sonderstellung â€“ und Ost-Berlin de facto ein Teil der DDR. Berlins Osten und Westen waren völlig voneinander getrennt; der Übergang war nur noch an bestimmten Kontrollpunkten möglich, allerdings nicht mehr für die Bewohner der DDR und Ost-Berlins, Rentnerinnen und Rentner ausgenommen. 1971 wurde das Viermächte-Abkommen über Berlin unterzeichnet. Während die Sowjetunion den Vier-Mächte-Status nur auf West-Berlin bezog, unterstrichen die Westmächte 1975 in einer Note an die Vereinten Nationen ihre Auffassung vom Vier-Mächte-Status über Gesamt-Berlin. Die Problematik um den umstrittenen Status Berlins wird auch als Berlin-Frage bezeichnet.

1989 kam es zur Wende, die Mauer fiel. Bereits 1990 wurden die beiden deutschen Staaten als Bundesrepublik Deutschland wiedervereinigt und Berlin per Einigungsvertrag deutsche Hauptstadt. 1991 beschloss der Bundestag mit dem Hauptstadtbeschluss nach kontroverser öffentlicher Diskussion, dass die Stadt auch wieder Sitz der deutschen Bundesregierung sein sollte. Am 1. September 1999 nahmen Regierung und Parlament ihre Arbeit in Berlin auf.

Bevölkerung

→ Hauptartikel: Einwohnerentwicklung von Berlin

Einwohnerentwicklung Berlins von 1880 bis 2006

Berlin hat heute 3,4 Millionen Einwohner und ist damit die mit Abstand bevölkerungsreichste Stadt Deutschlands, größer als die Nummern zwei und drei (Hamburg und München) zusammen. Der urbanisierte Raum reicht über die Berliner Landesgrenzen hinaus und umfasst etwa 3,7 Millionen, die Metropolregion Berlin/Brandenburg über 4,4 Millionen Einwohner. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war die Berliner Gegend nur spärlich bevölkert, der Dreißigjährige Krieg hatte die Bevölkerung Berlins noch einmal etwa halbiert. Doch nachdem Kurfürst Friedrich Wilhelm 1640 die Regierungsgeschäfte von seinem Vater übernommen hatte, holte er unter anderem viele Hugenotten aus Frankreich in die Region. So stieg die Bevölkerung von rund 6.000 um 1648 auf rund 57.000 im Jahre 1709. Die Bevölkerung wuchs nun stetig, so dass Berlin 1740 zur Großstadt und um 1875 zur Millionenstadt wurde.

Mit dem Groß-Berlin-Gesetz von 1920 stieg die Bevölkerungszahl durch Eingemeindung bisher unabhängiger Städte und Dörfer auf fast vier Millionen an. Diese Grenze war bereits wenige Jahre später überschritten. Durch den Zweiten Weltkrieg fiel die Zahl wieder und liegt seitdem recht konstant zwischen 3,1 und 3,5 Millionen Einwohnern. 1,7 Millionen Berliner haben die Stadt nach der Wiedervereinigung (seit 1991) verlassen, 1,8 Millionen Menschen sind zugezogen und haben damit für einen umfangreichen Bevölkerungsaustausch gesorgt.[6] Auch heute noch hat Berlin eine in Deutschland weit überdurchschnittliche räumliche Bevölkerungsbewegung. Allein im Jahr 2004 zogen 115.267 Menschen nach Berlin, darunter 42.063 aus dem Ausland. Gleichzeitig verließen 113.581 Berliner die Stadt, davon 31.244 in Richtung Ausland.[7]

Straßenfest in Kreuzberg

Berlin war schon immer eine Einwanderungsregion. Nach den Hugenotten im 17. Jahrhundert folgten seit Mitte des 19. Jahrhunderts viele Slawen. Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen viele Gastarbeiter aus Südeuropa und der Türkei nach West- und Vertragsarbeiter vor allem aus Vietnam nach Ost-Berlin. Seit den 1980er Jahren machten sich viele russlanddeutsche Aussiedler bzw. Spätaussiedler und seit der Wiedervereinigung schließlich Juden aus der Ukraine und Russland hierher auf den Weg. Außerdem war und ist Berlin aufgrund der politischen und kulturellen Bedeutung ein Zuzugsgebiet für viele Deutsche aus anderen Regionen; West-Berlin war darüber hinaus zur Zeit der Teilung durch die Freiheit von der Wehrpflicht ein Anziehungspunkt für junge Männer − nicht nur der 68er-Bewegung – die der Wehrpflicht entgehen wollten. Kreuzberg bildet aufgrund der dichten Besiedlung und niedrigen Mieten einen Schwerpunkt sowohl der türkischen als auch der alternativen Kultur. In Berlin lebt mit zirka 200.000 Personen die weltweit größte türkische Gemeinde außerhalb der Türkei.

Mundart

→ Hauptartikel: Berlinisch

Berlinisch oder Berlinerisch wird im allgemeinen als eine Varianz des mitteldeutschen Berlin-Brandenburgischen gesehen, die in Berlin und im Berliner Umland gesprochen wird und auch nur in Berlin übliche (Sprich-)Worte oder dort geprägte Redewendungen enthält. Sprachwissenschaftlich handelt es sich bei dem sogenannten Dialekt um einen Metrolekt, eine städtische Sprachmischung, die nicht regionalen Ursprungs ist, sondern durch Mischung von Dialekten unterschiedlicher Herkunft entstanden ist. Tatsächlich ist das heutige Brandenburgische eine Varianz des Berliner Metrolekts. Das Berlinerische nahm durch den Zuzug vieler Bevölkerungsgruppen etliche Wörter und Redewendungen aus anderen Sprachen und Dialekten wie dem Flämischen, Französischen und dem Jiddischen auf. Das Berlinische war in der Geschichte überwiegend Sprache der einfachen Leute, die Bildungsschicht bemühte sich stets um einwandfreies Hochdeutsch. Viele Neuberliner nahmen zwar Teile des Berlinischen an, aber die ständige Verwendung wurde als „unfein“, „proletarisch“ oder „dumm“ betrachtet. In der DDR änderte sich diese Einstellung teilweise, so dass Berlinisch auch in gebildeten Kreisen teilweise gepflegt wurde. Dadurch finden sich die Zentren der verstärkten Verwendung heute vor allem in den Ostbezirken, den alten westlichen Arbeiterbezirken und dem Umland. Unverändert wird die Sprache in Berlin von Zuwandererwellen geprägt, wodurch die verwendete Umgangs­sprache unbeständig bleibt.

In einem großen Teil der heutigen Vorortbezirke Berlins wurden wie im umliegenden Brandenburg bis ins 20. Jahrhundert Dialekte des Niederdeutschen, genauer des Märkisch-Brandenburgischen, gesprochen, die allerdings im Zuge der Verstädterung der Vororte und durch die auch linguistische Ausstrahlung der Metropole Berlin heute weitgehend verdrängt und durch mitteldeutsche Dialekte bzw. einen berlinisch geprägten Regiolekt des Standarddeutschen ersetzt sind.

Religionen, Weltanschauungen

Von den 3,4 Millionen Einwohnern Berlins sind etwa 59 % konfessionslos, 22,3 % evangelisch, 9,1 % katholisch, 2,7 % bekennen sich zu einer anderen christlichen Konfession, 6,2 % zum Islam, 0,6 % gehören einer weiteren Religion an.[8]

Berlin ist der Sitz des katholischen Bischofs des Erzbistums Berlin sowie des evangelischen Bischofs der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Wolfgang Huber, der zurzeit auch Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland ist. Als Reaktion auf die Zwangsvereinigung (Union) zwischen der lutherischen Kirche und der reformierten Tradition entstand im 19. Jahrhundert die altlutherische Kirche, die heute im Stadtgebiet mit acht Kirchengemeinden unterschiedlicher Größe vertreten ist. Ebenfalls in Berlin ansässig sind ein russisch-orthodoxer und ein bulgarisch-orthodoxer Bischof, die meisten anderen orthodoxen und altorientalischen Nationalkirchen sind ebenfalls mit Gemeinden vertreten. Mit mindestens fünf regelmäßigen Messorten haben auch die katholischen Altritualisten in Berlin ihre stärkste Präsenz im deutschsprachigen Raum.

Baptisten gibt es in Berlin seit der Mitte des 19. Jahr­hun­derts, mit ihren 36 Gemeinden bilden sie heute die größte Freikirche der Bundeshauptstadt. Unter anderem gibt es auch 29 Gemeinden der Neuapostolischen Kirche. Es gibt sechs Gemeinden der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage. Die Berliner Mennonitengemeinde besteht seit 1887. In Berlin befindet sich der Sitz der Religions­gemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Darüber hinaus befinden sich heute über elf Synagogen, zwei buddhistische Tempel und 76 Mo­scheen in der Stadt. Die erste Moschee im Ostteil der Stadt wurde in Heinersdorf errichtet.[9]

In Berlin sind viele humanistische und atheistische Vereinigungen vertreten. So haben der Humanistische Verband Deutschlands und die Humanistische Akademie Deutschland ihren Sitz in Berlin.

→ Siehe auch: Berliner Statistiken, Gotteshäuser in Berlin

Persönlichkeiten

Bekannte Bewohner der Stadt sind in der Liste der Söhne und Töchter der Stadt Berlin aufgeführt, Ehrenbürger in der Liste der Ehrenbürger von Berlin. Die Stadtoriginale sind als Berliner Originale zusammengefasst ebenso wie die Auflistung Regierender Bürgermeister von Berlin.

Politik

Das Reichstagsgebäude im Regierungsviertel

→ Hauptartikel: Politik in Berlin

Bundeshauptstadt

Der erste Deutsche Bundestag nach der Wiedervereinigung entschied 1991 im so genannten Hauptstadtbeschluss, dass Berlin als Bundeshauptstadt auch Sitz des Bundestages und der Bundesregierung werden sollte. Seit 1994 befindet sich der erste Amtssitz des Bundespräsidenten in Berlin, 1999 fand der Umzug des größten Teils der Bundesregierung von Bonn nach Berlin statt. Berlin ist aber keine zentralistische Hauptstadt, da sich ein Großteil der Ministerien und anderen Bundesinstitutionen nach wie vor in der früheren Bundeshauptstadt (jetzt Bundesstadt) Bonn oder in anderen Städten befindet.

Land Berlin

Berlin ist seit der Wiedervereinigung der ehemals getrennten beiden deutschen Staaten am 3. Oktober 1990 ein Land der Bundesrepublik Deutschland, ein so genannter Stadtstaat. Die Anzahl der Bezirke, in die Berlin untergliedert ist, wurde zum 1. Januar 2001 von ursprüng­lich 23 auf zwölf reduziert. Das Landesparlament des Landes Berlin, die gesetzgebende Gewalt, ist nach der Verfassung von Berlin das Abgeordnetenhaus von Berlin. In ihm sind zurzeit Abgeordnete aus SPD, CDU, Die Linke, Bündnis 90/Die Grünen und FDP vertreten. SPD und Die Linke bilden in einer Rot-Roten Koalition die aktuelle Regierungskoalition. Die Landesregierung (als Spitze der Exekutive) ist der Senat von Berlin, be­ste­hend aus dem Regierenden Bürgermeister (Klaus Wowereit, SPD) und bis zu acht Senatoren. Der Regierende Bürgermeister ist zugleich Repräsentant des Landes und der Stadt.

Verwaltung

Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (2006)

Die Verwaltung des Landes Berlin wird vom Senat von Berlin (der Hauptverwaltung) und den Bezirksverwaltungen in Berlin wahrgenommen. Die Hauptverwaltung umfasst die Senatsverwaltungen, die ihnen nachgeordneten Behörden (Sonderbehörden) und nichtrechtsfähigen Anstalten und die unter ihrer Aufsicht stehenden Eigenbetriebe. Die Hauptverwaltung nimmt die Aufgaben von gesamtstädtischer Bedeutung wahr, wobei dieser Begriff weit ausgelegt wird.

Da Berlin eine Einheitsgemeinde ist, stellen die Bezirke keine eigenständigen Gemeinden dar, gemessen an der Einwohnerzahl sind sie mit Landkreisen in Flächenstaaten vergleichbar. Die Bezirke unterliegen der Fachaufsicht der Hauptverwaltung. Dennoch gibt es in jedem Berliner Bezirk eine eigene â€“ allerdings nicht als Parlament, sondern als Teil der Verwaltung ausgestaltete â€“ Volks­ver­tre­tung, die Bezirksverordnetenversammlung (BVV), welche das Bezirksamt, bestehend aus Bezirksbürgermeister und fünf Stadträten, nach Parteienproporz wählt. Bezirksbürgermeister und Stadträte haben daher trotz ihrer quasipolitischen Wahl den Status eines Wah­lbeamten inne. Die Bürgermeister der Bezirke bilden unter Vorsitz des Regierenden Bür­ger­mei­sters den Rat der Bürgermeister, der den Senat berät.

Die Gliederung und Aufgaben der Berliner Verwaltung ergeben sich aus dem Allgemeinen Zuständigkeitsgesetz (AZG). Seit der Wiedervereinigung wird in Berlin in vielen Teilschritten eine umfassende Verwaltungsreform vorgenommen.

Wappen und Flagge

→ Hauptartikel: Wappen Berlins, Flagge Berlins

Das Landessymbol Berlins

Das Berliner Wappen zeigt im silbernen (weißen) Schild einen rot bewehrten und rot gezungten, aufrecht schreitenden schwarzen Bären, den so genannten Berliner Bären. Auf dem Schild ruht eine goldene fünfblättrige Laubkrone, deren Stirnreif als Mauerwerk mit geschlossenem Tor in der Mitte ausgelegt ist. Die Herkunft des Bären als Wappentier ist ungeklärt, Dokument oder Unterlagen fehlen hierzu. Es gibt mehrere Theorien, warum sich die Berliner für den Bären entschieden. Eine davon besagt, dass die Berliner an Albrecht den Bären, den Begründer der Mark Brandenburg dachten. Eine andere geht von der lautmalerischen Interpretation des Stadtnamens aus. Der Bär ist erstmals auf einem Siegel von 1280 zu sehen. Über mehrere Jahrhunderte musste sich der Bär die Siegel- und Wappenbilder mit dem brandenburgischen und preußischen Adler teilen. Erst im 20. Jahrhundert konnte sich der Berliner Bär endgültig gegen die Adler als Hoheitszeichen der Stadt durchsetzen. Die Berliner Landesflagge zeigt den Berliner Bären vor weißem Hintergrund, mit einem roten Streifen am oberen und unteren Rand der Flagge. Sie wird mit geringfügigen stilistischen Änderungen seit 1911 von Berlin geführt und wehte das erste Mal 1913 über dem Roten Rathaus. Vorher führte Berlin eine Flagge in den Farben Schwarz-Rot-Weiß, die durch ständige Verwechslungen mit der später entstandenen Flagge des Deutschen Kaiserreichs, gegen die Bärenflagge getauscht wurde. Das Landessymbol ist der Bärenschild ohne Laubkrone in drei Farbausführungen. Es wird von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport bereitgestellt, um Privatpersonen, Firmen und nicht-hoheitlichen Einrichtungen zu ermöglichen, die Verbundenheit zu Berlin mit einem Symbol zu dokumentieren. Die Berliner Bezirke besitzen eigene Wappen. Als verbindendes Element aller Berliner Bezirk mit der Stadt Berlin, aber auch untereinander, ruht auf den Schilden eine dreitürmige Mauerkrone, deren mittleren Turm mit dem Berliner Wappenschild (silber) belegt ist.

Haushalt

Der Jahreshaushalt 2006 des Landes Berlin betrug 20,5 Milliarden Euro. Hierfür erhält das Land etwa 3,2 Milliarden Euro aus dem Länderfinanzausgleich und etwa 2,0 Milli­arden Euro sonstige Bundesergänzungszuweisungen. Für den Jahreshaushalt wurden etwa 1,8 Milliarden Euro Neukredite aufgenommen.[10] Die Gesamtverschuldung des Landes Berlin beträgt etwa 61 Milliarden Euro, für die jährlich 2,4 Milliarden Euro Zinsen anfallen.

Zum Abschluss des Haushaltsjahres 2007 hat das Bundesland Berlin erstmalig in seiner Geschichte einen Überschuss von 80 Mio. € ausgewiesen. Es wurde also, selbst nach Abzug der fälligen Zinszahlungen, mehr Geld durch das Land eingenommen als ausgegeben wurde. Dieser Überschuss wurde sogleich zur Verringerung der Gesamtschuldenlast verwendet. [11] Der Überschuss kam, den Angaben des Finanzsenators Thilo Sarrazin zufolge, vor allem durch verbesserte Steuereinnahmen bei einem harten Sparkurs zustande.[12] Wie andere staatliche Haushalte profitierte der Landesetat von den im Zuge des Aufschwungs massiv gestiegenen Steuereinnahmen, die beim Land Berlin knapp zehn Prozent höher waren als im Vorjahr.[13]

Auch der Haushaltsplan 2008/2009 und die Finanzplanung bis 2011 sehen für jedes Haushaltsjahr Finanzierungsüberschüsse vor.[14]

Städtepartnerschaften

  • JapanJapan Tokio, Japan (1994)
  • ArgentinaArgentina Buenos Aires, Argentinien (1994)
  • Prag, Tschechien (1995)
  • NamibiaNamibia Windhoek, Namibia (2000)
  • United KingdomUnited Kingdom London, Vereinigtes Königreich (2000)

Stand: 29. Oktober 2008[15]

Die Berliner Bezirke haben weitere Partnerschaften.

Wirtschaft

→ Hauptartikel: Wirtschaft Berlins

Die Treptowers an der Spree

Im Jahr 2006 betrug das Bruttoinlandsprodukt des Landes Berlin 80,62 Mrd. â‚¬, im Land Brandenburg waren es 49,49 Mrd. â‚¬ bei rund zwei Dritteln der Berliner Bevölkerung. Für das Land Berlin bedeutet dies ein Wirtschaftswachstum von 2,2 % gegenüber dem Vorjahr, ver­gli­chen mit 3,0 % Wachstum in der Bundesrepublik.[16] Im Vergleich mit dem regionalen BIP (in Kaufkraftstandards) je Einwohner erreicht Berlin in der EU (EU-27: 100) im Jahr 2005 einen Index von 98,5, Brandenburg 79,5 und Deutschland 115,2.[17]

Über 80 % der Unternehmen Berlins gehören dem Tertiärsektor an. Wirtschaftsmotor der Stadt ist schon jetzt der Dienstleistungssektor, in welchem mit rund 591.000 Beschäftigten rund 41 % aller Erwerbstätigen arbeiten. Zukunftsfähigkeit wird den wissens-, technik- beziehungsweise tech­no­lo­gie-, und entwicklungsintensiven Leistungen des Quartärsektors eingeräumt. Berlin verzeichnet eine über­durch­schnitt­liche Arbeits­lo­sen­quote (13,7 % im August 2008) verglichen mit anderen deutschen Bundesländern und vergleichbaren Großstädten. Im Jahresdurchschnitt von 2008 sank die Quote im Vergleich zu 2007 bisher um fast 2 Prozentpunkte. Im August 2006 lag die Arbeitslosenquote sogar noch fast vier Prozentpunkte höher (damals 17,4 %).

Medien

→ Hauptartikel: Berliner Medienlandschaft

Berlin ist der Sitz vieler regional und bundesweit sendender Rundfunkanstalten. Neben Fernsehsendern wie MTV, Nick, VIVA und Comedy Central, Sat.1, N24, TV.Berlin oder FAB gibt es in Berlin eine große Anzahl so genannter Privatradios. Auch die öffentlich-rechtlichen Sender RBB (früher in Berlin der geschichtsträchtige SFB, in Brandenburg ORB), Deutsche Welle TV und DeutschlandRadio haben hier ihren Sitz. Der poli­ti­schen Bedeutung als Hauptstadt tragen die meisten überregionalen Sender wie Das Erste, ZDF oder RTL mit einem „Hauptstadtstudio“ Rechnung.

In Berlin haben der Verlag Walter de Gruyter und der Springer-Verlag ihren Sitz. In keiner anderen deutschen Stadt erscheinen mehr Tageszeitungen. Überregionale Tageszeitungen sind die linksliberale taz, die konservative Welt, das Neue Deutschland der Partei Die Linke und die sozia­listi­sche Junge Welt, mit der rechtskonservativen Jungen Freiheit, dem linksbürgerlichen Freitag und der linken Jungle World erscheinen drei kleine überregionale Wochenzeitungen. Die größten Abonnementzeitungen sind die Berliner Zeitung, die Berliner Morgenpost sowie Der Tagesspiegel, die alle drei einen umfangreichen Berlin-Teil aufweisen. Außerdem gibt es in Berlin die Boulevardzeitungen B.Z., Bild Berlin und Berliner Kurier. Neben den Zeitungen gibt es verschiedene Anzeigenblätter wie die Berliner Woche, das Berliner Abendblatt, die Zweite Hand sowie Stadtmagazine wie den Tip, [030] und die Zitty.

→ Siehe auch: Berlin in den Medien

Tourismus

Berlin ist eines der meistbesuchten Zentren des nationalen und internationalen Städtetourismus. Seit dem Jahr 2001 steigt die Anzahl der Übernachtungen, Gäste, der neugebauten Hotels und deren Bettenkapazitäten über­durch­schnitt­lich an. Im Jahr 2007 wurden etwa 17,3 Millionen Übernachtungen in Berliner Beherbergungsbetrieben von 7,5 Millionen Gästen und geschätzte 140 Millionen Tagesbesucher gezählt.[18] Bis 2010 werden 20 Millionen Übernachtungen prognostiziert. Die Stadt ist damit nach London und Paris das bevorzugte Reiseziel innerhalb Europas.[19] Internationale Gäste machen etwa 40 % der Besucherzahlen aus. Hierbei liegen Besucher aus Großbritannien, den Vereinigten Staaten, den Niederlanden und Italien in der Spitzengruppe. Hauptanziehungspunkte sind Architektur, historische Stätten, Museen, Festivals, Einkaufsmöglichkeiten, Nachtleben sowie Großveranstaltungen die jährlich mehrere Hunderttausende Besucher zählen. Berlin ist außerdem einer der zwei größten internationalen Kongressveranstalter der Welt. Das ICC ist das größte Konferenzzentrum Europas und trägt zusammen mit der Messe Berlin zum Geschäftstourismus bei.[20]

Kultur und Sehenswürdigkeiten

→ Hauptartikel: Sehenswürdigkeiten in Berlin

Theater, Orchester, Chöre, Festivals

Berlin ist bekannt für seine zahlreichen Theater- und Kleinkunstbühnen. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Schaubühne am Lehniner Platz, das Theater des Westens, das Renaissance-Theater, das Deutsche Theater Berlin, das Maxim-Gorki-Theater, das GRIPS-Theater und der Friedrichstadtpalast. Außerdem verfügt Berlin über drei Opernhäuser: die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper.

Daneben besitzt Berlin mehrere Orchester und Chöre. Neben den Berliner Philharmonikern (Leitung: Sir Simon Rattle), der Staatskapelle Berlin (Leitung: Daniel Barenboim) und dem Konzerthausorchester Berlin gibt es mehrere Orchester und Chöre der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH. Dies sind das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (Kent Nagano), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (Marek Janowski), der Rundfunkchor Berlin (Simon Halsey) und der RIAS Kammerchor (Hans-Christoph Rademann). Diese Orchester und Chöre treten oft zusammen (Orchester mit Chor) im Konzerthaus Berlin, der Philharmonie Berlin und in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf. Im Chorverband Berlin sind 236 Laienchöre mit über 10.000 Mitgliedern vereinigt. Die Sing-Akademie zu Berlin besteht als Wiege der bürgerlichen Musikpflege in Berlin seit 1791.

Die Berlinale im Februar

Jedes Jahr im Februar finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele statt. Das auch Berlinale genannte Festival der A-Kategorie gilt als das größte Publikumsfestival der Welt und, neben dem Filmfestival Cannes und den Filmfestspielen von Venedig, als eines der bedeutendsten internationalen Filmfestspiele. In zahlreichen Kategorien werden Auszeichnungen vergeben. Der Wettbewerb schließt mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären.

Während des gesamten Jahres ist Berlin Spielstätte weiterer internationaler Festivals. Darunter ist das Literaturfestival, das Jazzfest, das Theatertreffen, spielzeiteuropa, das Tanzfest, die Young Euro Classics und die Berlin Biennale. Umzüge, Paraden und Open Air Feste sind ebenfalls etablierte Ereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt. Der Karneval der Kulturen, der CSD Berlin, der Berliner Karnevalsumzug und das Berliner Myfest gehören zu den bekanntesten.

→ Siehe auch: Theater in Berlin

Museen

→ Hauptartikel: Museen in Berlin

Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Bereits 1841 wurde die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nörd­li­chen Teil der Spreeinsel durch königliche Order zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“ bestimmt. In der Folge entstanden dort mehrere Museen, wie das Alte Museum am Lustgarten, das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bodemuseum und das Pergamonmuseum. Diese Museen stellen vor allem Exponate aus der Zeit der Antike aus. 1999 wurde die Muse­ums­insel in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.[21]

Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen verschiedenster Themengebiete. Das Naturkundemuseum ist mit über 30 Millionen Objekten und dem höchsten Dinosaurierskelett der Welt eines der bedeutendsten Naturkundemuseen weltweit. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen, das Bauhaus-Archiv ist ein Architekturmuseum. Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden ver­an­schaulicht deutsche Geschichte aus 2000 Jahren. Einen ebenso langen Zeitraum jüdisch-deutscher Geschichte zeigt das Jü­di­sche Mu­se­um in einer ständigen Ausstellung. Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine erlesene Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahr­hundert. In Dahlem konzentrieren sich im dortigen Museumszentrum zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg wurde auf dem Areal des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR das Stasi-Museum eingerichtet. Das Museum am Checkpoint Charlie, auch als Mauermuseum bekannt, zeigt Momente aus der Teilungsgeschichte. In der Nähe des Potsdamer Platzes steht seit 2005 das Denkmal für die ermordeten Juden Europas von Peter Eisenman.

In Berlin hat die vom Bund und allen Bundesländern gemeinsam getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz ihren Hauptsitz. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unterhält hier wichtige Standorte. Beide verwalten, bewahren, pflegen und ergänzen in ihren international bedeutenden Einrichtungen die Kulturgüter des ehemaligen Staates Preußen. Die Stiftung Stadtmuseum Berlin vereinigt weitere traditionsreiche Museen Berlins. Die am 23. Juni 1995 gegründete Stiftung ist das größte stadthistorische Museum Deutschlands. Als Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins ist es in seinem Kern aus der Vereinigung von Märkischem Museum â€“, 1874 gegründet â€“ und Berlin Museum â€“, 1962 gegründet â€“ entstanden. Die breite Palette der verschiedenen, zum Teil schon im 19. Jahrhundert begründeten Sammlungen do­ku­men­tieren in großer Vielfalt alle Bereiche der Entwicklung Berlins von den ersten Spuren menschlicher Besiedlung in der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Bauwerke

Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria gekrönt. Das Tor ist das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden, der sich bis zur Museumsinsel in der Spree und dem Berliner Dom hinzieht. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief dort die Grenze zwischen beiden Stadthälften.

In diesem Areal liegen die im Jahre 1743 im Rokokostil erbaute Deutsche Staatsoper, die zwischen 1774 und 1780 errichtete Staats­bib­li­o­thek, das von 1695 bis 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter gebaute barocke ehemalige Zeughaus und die zwischen 1747 und 1773 errichtete Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Bistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels. Die im Zuge der Preußischen Reformen durch Wilhelm von Humboldt gegründete und im Jahre 1809 eröffnete Berliner Universität brachte 27 Nobelpreisträger hervor.

Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins, von der mehrere große Straßen ausgehen. Er wurde 1741 auf Erlass von Friedrich Wilhelm I., König in Preußen angelegt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz der verkehrsreichste Platz Europas. Nach dem starken Bombardement durch die Alliierten im Zweiten Weltkrieg lag er in Trümmern.

1961 wurde er durch die